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Fanclub Löwen Sossenheim 88
 

Spiel der Legenden

Samstag, 15. Februar 2014. Die Löwen Frankfurt haben Spielfrei. Trotzdem füllt sich die Halle mit Zuschauern in (überwiegend) Löwen und Lions-Trikots. Der Anlass? Vor genau 10 Jahren hat eine Mannschaft, der bestenfalls Außenseiterchancen zugesprochen wurden, die deutsche Meisterschaft gewonnen. Aus diesem Grund lädt der damalige Trainer und heutige Sportdirektor, Rich Chernomaz, das Meisterschafts-Team zu einem Spiel gegen eine Mannschaft, zusammengestellt aus Spielern, die in Frankfurt unvergessen sind (All-Stars), ein. Die Überraschung: nicht nur die Spieler sagen zu, auch die Halle ist an diesem Tag ausverkauft!

Die Stimmung in der Halle ist unglaublich. Vor dem eigentlichen Spiel geben die Spieler eine Autogrammstunde. Die Schlangen sind lang. Einige nutzen die Chance, ein Foto mit ihrem Idol aufzunehmen und sich ein Autogramm auf das Trikot zu holen. Das haben viele der Spieler schon lange nicht mehr erlebt.
Anschließend wärmen sich die Mannschaften auf dem Eis auf und schon jetzt ist klar: die Spieler sind unvergessen. Es klingen alte, schon fast vergessene, Fangesänge durch die Reihen ("Im Leben, im Leben, geht mancher Schuss daneben. Nur einer nicht, nur einer nicht: der Schuss von Pat Lebeau").

Nach der Eisaufbereitung beginnt die Begrüßung beider Mannschaften inklusive Vorstellung der einzelnen Spieler. 30 Minuten war für die Vorstellung eingeplant - diese Rechnung wurde jedoch ohne die Fans gemacht. Jeder Spieler wird individuell begrüßt. Und auch die Hauptschiedsrichter des Spiels sind bei den Fans beliebt und wohl bekannt. Zuerst wird gefeiert und geklatscht, anschließend ruft die ganze Halle "Hühnerdieb!" und singt "Oh, hängt sie auf die schwarze Sau"- die Schiedsrichter nehmens mit Humor. Bei Akündigung der Trainer rufen die Fans "Wir müssen die Schläger vermessen" - eine Anspielung auf Börnie Johnston, der mit bloßem Auge erkennen konnte, ob ein Schläger den DEL-Vorgaben entsprach.
Letztendlich dauert die Vorstellung der Spieler mehr als eine Stunde. Anschließend werden die Spieler Trevor Erhardt, Michael Bresagk, Pat Lebeau, Jason Young und Ian Gordon nach vorne gebeten. Trevor Erhardt wurde bereits vor vielen Jahren geehrt, indem sein Trikot unters Hallendach gezogen wurde und die Nummer 27 bei den Frankfurter Löwen nicht mehr vergeben wurde. Nun werden endlich auch die anderen Spieler mit dieser Ehre versehen. Sie haben viele Jahre in Frankfurt gespielt und sich einen Namen gemacht. Das haben die Löwen nicht vergessen - auch wenn es zeitweise so schien. Seit dem 15.02.2014 hängen nun also auch die Nummern 2, 11, 28 und 34 unter dem Hallendach und dürfen im Team der Löwen nicht mehr vergeben werden. Und, was auch schon lange überfällig war: der Meistertitel aus 2004 hängt nun ebenfalls an einem Banner unter dem Hallendach.

Nach der Begrüßung und den Ehrungen beginnt das Spiel. Schnell sieht man, dass die Meistermannschaft einmal zusammen gespielt hat und im Durchschnitt deutlich jünger ist als die All-Stars. Daher übernehmen sie schnell die Führung - wodurch die insgesamt 5 Tore der All-Stars mehr gefeiert werden als die 10 Tore der Meistermannschaft. Die Fans werden von Spielern und Schiedsrichtern immer wieder dazu aufgefordert, mehr zu singen und zu feiern - was eigentlich gar nicht nötig ist. Im zweiten Drittel kommt ein Schlittschuhläufer in Verkleidung eines Gummihuhns aufs Eis, um sich vom Hauptschiedsrichter, Gerhard Lichtnecker, fangen zu lassen. Der All-Stars-Trainer Börnie Johnston schwenkt zu Beginn des letzten Drittels die weiße Fahne. Trotzdem wird das Spiel bis zum Ende ausgetragen. Nach dem Spiel werden beide Mannschaften noch einmal gefeiert. Ian Gordon rutscht auf dem Bauch Richtung Stehkurve, Jukka Tammi tanzt den Kasatschok und Trevor Erhardt tanzt zu Genesis "I can't dance".

Am Ende versammeln sich alle Spieler, Schiedsrichter und Trainer in einem Kreis auf dem Eis. Einige sind völlig fertig, aber alle sehen glücklich aus - und ein wenig wehmütig. Das Spiel wird wohl nicht nur für die Fans unvergesslich bleiben.